Statutarischer Teil, Mikro-Zertifizierung und interkultureller Dialog
Als Höhepunkt des Jahres trafen sich die Mitglieder von AIS am 1. April in Bern zur Mitgliederversammlung. Im statutarischen Teil wurden die Jahresrechnung, der Jahresbericht sowie das Budget 2026 genehmigt und die Wiederwahl des Vorstands vorgenommen.
Dieses Treffen bot auch die Gelegenheit, Caroline Morel herzlich für ihr Engagement im Vorstand von Arbeitsintegration Schweiz zu danken. Mit ihren fundierten Überlegungen hat sie massgeblich zur Entwicklung des Vereins beigetragen. Wir wünschen ihr viel Erfolg in ihrer neuen Funktion als Leiterin des Dachverbands Wohnbaugenossenschaften Schweiz.
Im Anschluss an die Versammlung stellten Noëmi Rui und Marc Arpagaus das Pilotprojekt HGT «Step out – Start in» vor, das unter der Schirmherrschaft von AIS Bern in Zusammenarbeit mit GastroBern lanciert wurde.
Dieses modulare Mikro-Zertifizierungsprogramm richtet sich an Sozialhilfeempfänger sowie an Personen aus dem Asylbereich. Es verbindet Theorie und Praxis und bietet verschiedene Fachrichtungen an (Küche, Service, Etage, Hauswirtschaft, Kundeninformation). Die positiven Ergebnisse – sowohl hinsichtlich der Kompetenzsteigerung als auch der beruflichen Eingliederung und der Motivation – belegen die Relevanz dieses Formats, das sowohl den Bedürfnissen der Teilnehmenden als auch denen der Wirtschaft gerecht wird. Die Entwicklung bewährter Praktiken im Bereich der Mikro-Zertifizierungen auf regionaler Ebene eröffnet zudem die Debatte über die Notwendigkeit eines nationalen Rahmens, um die Koordination von Projekten zu unterstützen, an denen Akteure mit unterschiedlichen Arbeitsweisen beteiligt sind, was auch Adrian Gerber, Beauftragter Schutzstatus S an der Mitgliederversammlung bekräftigte.
Der Tag wurde mit einem Besuch im Haus der Religionen fortgesetzt, einem bemerkenswerten Beispiel für interkulturellen Dialog. Dieser einzigartige Ort vereint rund zehn Religionen, die sich denselben Raum für Gottesdienst und Austausch teilen. Dieses Zusammenleben fordert sie ständig dazu auf, über das Gleichgewicht zwischen Kompromissen und der Achtung ihrer religiösen Praktiken nachzudenken. Dieser kontinuierliche Dialog fördert Toleranz, die Achtung von Unterschieden und ein besseres gegenseitiges Verständnis.
Ein geselliger Aperitif bildete den Abschluss dieses Tages, der reich an Reflexionen, Begegnungen und Austausch war. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Mitgliederversammlung.
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